WTF ist ein Scope Creep?

André Riechert
veröffentlicht am
21. August 2020

Wir alle wissen, dass das Ziel (Scope) in einem Projekt die erforderliche Arbeit definiert. Ein wichtiger Bestandteil in der Planung eines Projekts ist es, sich auf ein solches Ziel zu einigen, damit alle Projektteilnehmer in die richtige Richtung laufen. Es reicht aber nicht aus nur ein gemeinsames Ziel zu definieren. Dieses Ziel im Auge zu behalten ist Teil der Aufgaben eines Projektmanagers. Im Projektalltag kommt es aber immer wieder mal vor, dass sich unkontrolliert Anforderungen ändern und es so zu Budgetüberschreitungen und Projektverzögerungen kommt. Wobei wir beim Scope Creep sind. Aber was ist eigentlich Scope Creeping im Projektmanagement?

Was ist ein Scope Creep?

Scope Creep (manchmal auch "requirement creep" oder "feature creep" genannt) bezieht sich darauf, dass die Anforderungen an ein Projekt sich im laufe der Arbeit unkontrolliert erhöhen. Eine App welche mit drei wesentlichen Features geplant wurde, hat jetzt zehn oder nachdem die Website schon halb fertigt ist, ändern sich Kundenbedürfnisse, was zu einer Neubewertung der Projektanforderungen führt.

Der Scope Creep wird in der Regel durch wichtige Projektbeteiligte verursacht, die Anforderungen im Projekt ändern, oder manchmal auch durch Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten. (In diesem Beitrag beschreibe ich verschiedene Wege wie der Scope Creep sich in Projekte einschleicht und gebe dir Tipps ihn zu vermeiden.)

Der Scope Creep muss aber nicht immer eine schlechte Sache sein. Änderungen sind unvermeidlich. Kundenbedürfnisse ändern sich im laufe der Zeit und die Umsetzung eines Projekts, welches den Bedürfnissen der Nutzer entspricht, bedeutet häufig auch eine Änderung des Umfangs des Projekts. Der Projektmanager muss darauf achten, dass Änderungen einvernehmlich beschlossen und Zusatzaufwände einkalkuliert und vergolten werden. Dann können sich Anforderungen so häufig ändern wie sie wollen. Genau genommen handelt es sich dann auch nicht um Scope Creeping. Dieses wird eher als "unkontrolliertes Ausufern" definiert.

So verwaltest du den Projektumfang

Änderungen am Umfang eines Projekts können also entweder unkontrolliert passieren (Scope Creep) oder kontrolliert, wobei diese Änderungen dann dokumentiert werden und zu Änderungen der Projektanforderungen führen. Änderungen am Projektziel müssen also durch eine Art Kontrollprozess gesteuert werden. Dieser beinhaltet:

  • Den Projektstatus und das Projektziel zu überwachen
  • Die geleistete Arbeit mit dem Projektziel abzugleichen: "Wie unterscheidet sich das aktuelle Projekt vom ursprünglichen Plan?"
  • Herauszufinden welche Ursachen und Grad gefundene Änderungen haben
  • Entscheidung über konkrete Änderungswünsche
  • Sammeln aller geänderten Anforderungen und Maßnahmen

Wenn die Änderungswünsche den Umfang des Projekts, das Projektziel oder die Budgetplanung beeinflussen, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden: Das Projektziel muss neu definiert werden, der Projektplan angepasst und/oder das Budget angepasst und an alle Stakeholder gesendet werden.

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